SENIORENAUSFLUG DER KIRCHGEMEINDE 2018

Auf den Spuren der Donau: Kirchgemeindeausflug Lengwil

Wasser! Ohne Wasser geht nichts. Aber woher kommt es, z.B. im Falle der Donau? Zur Beantwortung dieser Frage reisten 35 Seniorinnen und Senioren der Kirchgemeinde Lengwil auf ihrem Jahresausflug mit dem Madörin-Apfelcar in den süddeutschen Raum. Knapp zwei Wochen vor Herbstbeginn beschenkte uns die Natur wiederum mit einem prächtigen Sommertag, er hätte schöner nicht sein können. Die Fahrt durch die Thurgauer Felder und Dörfer auf der Südseite des Seerückens und weiter im Kanton Schaffhausen rief uns in Erinnerung, wie sehr wir in einem Paradies leben. Allerdings waren an verschiedenen Stellen noch Spuren der Sommertrockenheit sichtbar. Ohne Wasser geht es nicht. Das Thema «Wasser» stand auch im Zentrum der geistlichen Ansprache von Pfr. Timo Garthe in der Kirche Beringen, zu der wir nach dem Kaffeehalt im Restaurant «Gemeindehaus» eingeladen waren. Nicht aber das Wasser, das vom Himmel fällt, stand im Zentrum der Ansprache, sondern das «Wasser des Lebens», das uns am Schluss der Offenbarung, Vers 22,17, und erst noch umsonst, zur Erlangung eines erfüllten Lebens versprochen wird und von dem auch im Johannesevangelium, Vers 4,14, als sprudelnde Quelle zum ewigen Leben die Rede ist.

Von der historischen Donauquelle …

Nach einer weiteren Fahrt, jetzt auf deutschen Strassen durch die mit weiträumigen Parklandschaften durchzogenen Wälder des Schwarzwaldes, gab sich den Teilnehmern beim Mittagessen im «Fürstenberg Bräustüble» in Donaueschingen Gelegenheit, nun auch den leiblichen Durst zu stillen. Dies natürlich nicht bei allen nur mit Wasser. Anschliessend stand das Ziel der Reise auf dem Programm: Ein paar Schritte vom Restaurant entfernt, zwischen der Stadtkirche Sankt Johann und dem Residenzschloss der Fürstlich Fürstenbergischen Familie, liegt die berühmteste der verschiedenen Donauquellen, die «historische», die schon der römische Kaiser Tiberius entdeckt und als Donauquelle bezeichnet hatte.

Die einen und anderen sind angesichts der kunstvoll gestalteten Karst-Aufstoss-Quelle am Rande des Schlossparkes ins staunende Sinnieren verfallen: Hier also nimmt die Donau, mit über 2800 km nach der Wolga der zweitlängste Fluss von Europa, den Anfang ihres Wasserlaufes zum Schwarzen Meer. Vorerst allerdings bloss unterirdisch und mit dem bescheidenen Namen Donaubach, der ein kleines Stück weiter in die Brigach mündet, die durch Donaueschingen fliesst, und erst nach knapp 20 km beim Zusammenfluss der Brigach mit einem weiteren Bach, der Breg, zur Donau mutiert. Weiterhin geheimnisvoll ist die Tatsache, dass diese Donau dann aber nach weiteren rund 5 km jedes Jahr während mehrerer Monate vollständig im Karst-Boden versickert. Zu dieser Versickerungsstelle wurden die Reiseteilnehmenden anschliessend gefahren, um erneut zu staunen: Wir standen in einem zurzeit völlig ausgetrockneten und mit Ufer-Pflanzen überwachsenen Flussbett, durch das die Donau zwischenzeitlich mit einer Wassertiefe von mehr als 2 bis 3, ja sogar 4 Metern über dem Erdboden durchfliessen soll!? Man konnte es fast nicht glauben.

… zur Aachquelle

Ein Teil dieses Donauwassers fliesst ausserdem – eine weitere Merkwürdigkeit - unterirdisch in eine völlig andere Richtung, nämlich zum Bodensee und damit in den Rhein. Die Stelle, an der dieses südwärts versickerte Wasser, nebst anderen Gewässern, wieder zum Vorschein kommt, befindet sich rund 20 km weiter bei Aach im Hegau: Es ist der «Aachtopf», nicht ganz korrekt auch als «Aachquelle», ja sogar als grösste Quelle Deutschlands bezeichnet. Von hier fliesst das Gewässer als «Radolfzeller Aach» zunächst durch die Stadt Aach, um schliesslich bei Radolfzell in den Untersee zu münden. Das romantische Aufquell-Seelein macht den Ort zu einem offensichtlich beliebten Ausflugsort. Das Seelein allein dürfte aber nicht der einzige Grund dafür sein: Was hier noch weit mehr beeindruckte, war das überwältigende Zvieri-Buffet im Gasthaus Jägermühle, an dem sich alle à discrétion satt essen oder auch einfach satt sehen konnten.

Ein gut gelungener, in jeder Hinsicht schöner und interessanter Ausflug, für den wir uns bei der Kirchenvorsteherschaft und dem Carunternehmen Madörin herzlich bedanken.

Kurt Chr. Schneiter


Seniorenausflug der Kirchgemeinde 2017

 

«Gott lädt ein … wir auch»: Kirchgemeindeausflug Lengwil

 

«Gott lädt ein … wir auch»: Mit diesem Logo der Evangelischen Kirchgemeinde wurden im Monats-Beiblatt des «Kirchenboten» alle Seniorinnen und Senioren der Gemeinde Lengwil zum traditionellen Jahresausflug am 30. August eingeladen. Wie schon im Vorjahr stellten die Organisatoren ein Programm der Höhepunkte zusammen: «… hoch, höher, am Höchsten!» lautete das Versprechen gemäss verteilter Einladung, der denn auch 52 Teilnehmerinnen und Teilnehmer neugierig Folge leisteten. Sie wurden nicht enttäuscht. Schon das Wetter war ein Geschenk: Es war das letzte Aufbäumen eines heissen Sommers. Mit seinem Apfelcar führte uns Daniel Madörin über Konstanz durch die grossflächigen Kulturen mit übervollen Obstbäumen auf dem Bodanrück zunächst nach Dingelsdorf am Überlingersee zum Fuchshof. Bei Kaffee und Hefestollen informierte Herr Fuchs humorvoll und eloquent über den beeindruckenden, seit 1968 in dritter Generation geführten Landwirtschaftsbetrieb mit dem ersten, seit rund 30 Jahren existierenden Hofladen, mittlerweile von der Grösse eines Supermarktes, und einem leistungsfähigen Restaurationsbetrieb.

 

Zum Höchsten

 

Nach der Überfahrt mit der Fähre von Konstanz nach Meersburg führte die Fahrt erneut den reichbehangenen Apfelbäumen von Markdorf entlang und in einem ersten und zweiten kurvenreichen Aufstieg höher und immer höher bis zur höchsten Erhebung zwischen Bodensee und Donautal, eben dem «Höchsten». Von hier konnte man gut den Bodensee sehen, die weiter entfernten Berge und die Alpen jedoch im Dunst mehr erahnen als erkennen. Als erstes aber galt unsere Aufmerksamkeit Pfarrer Timo Garthe, der in der Kapelle mit einer Andacht den Ausflug wie gewohnt erst richtig zum Kirchgemeindeausflug machte. Er orientierte sich dabei an den sechs besinnlichen Glasfenstern des zeitgenössischen Tübinger Künstlers Andreas Felger, mit denen sechs biblische «Ich bin»-Worte von Jesus Christus dargestellt werden: das Wasser des Lebens; die Auferstehung und das Leben; die Tür; das Brot des Lebens; der Weinstock; sowie das Licht der Welt – das ja gerade auch durch die Glasfenster selber am besten symbolisiert wird mit der beidseitigen Ausstrahlung, je nach Lichtverhältnis, nach aussen, (auch) von uns ausgehend, bzw. nach innen, auf uns einwirkend.

Der geistlichen Stärkung folgte die leibliche. Kein Ausflug ohne die unerlässliche Nebensächlichkeit eines guten Mittagessens. Das weiss auch der Berggasthof auf dem Höchsten, der uns entsprechend verwöhnte. Und nach dem Essen? Schon die Alten Römer lobten die Wohltat eines Spazierganges. Auf dem Weg zum Aussichtspavillon konnte man sich anhand von aufgestellten Sprachtafeln über die Eigenheiten des Schwäbischen und des Bodensee-Alemannischen amüsieren. Und Gartenliebhaber fanden im vielfältigen Kräutergarten gleichermassen Anregungen wie Ruhe und Erholung.

Nach so vielen Eindrücken verlief die Rückfahrt via Heiligenberg, Überlingen und Ludwigshafen eher still. Auch machte sich wohl die Müdigkeit bemerkbar. Der Zvieri-Halt auf der Seeterrasse des Cafés Hasler in Bodman bot deshalb willkommene Gelegenheit, sich ein wenig die Beine zu vertreten und den Magen zu beschäftigen, vor allem aber nochmals mit den einen und anderen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Es war einmal mehr ein schöner Ausflug, den uns die Kirchgemeinde bereitet hat. Der Organisatorin, Frau Barbara Raimann, sowie Pfr. Timo Garthe sei herzlich dafür gedankt.

Kurt Chr. Schneiter

 

 


Seniorenausflug der Kirchgemeinde 2016

 

Alljährlich lädt die evangelische Kirchgemeinde Lengwil gegen Ende der Sommerferien die evangelischen und katholischen Gemeindeglieder ab 65 Jahren mit ihren Partnerinnen und Partnern (unabhängig vom Alter) zu einem Ausflug ein. Diesmal war dies am 30. August der Fall. Erneut lockte ein attraktives Programm mit verschiedenen Höhepunkten, und rund fünfzig Interessenten waren der Einladung gefolgt. Die Fahrt in Madörins Apfelcar führte über den Seerücken und dem Bodensee entlang zunächst ins St. Galler Rheintal zur ältesten Kerzenfabrik der Schweiz, «Hongler-Kerzen» in Altstätten. Angesagt war eine Führung durch den über 300 Jahre alten Familienbetrieb mit rund 20 Angestellten. Doch vorerst, und dafür waren nach der Carfahrt alle dankbar, gab’s im betriebseigenen «Honglercafé» den Begrüssungskaffee mit Gipfeli. Was uns danach die Mitarbeitenden zeigten, war sicher für die meisten von uns neu und setzte viele in Erstaunen.

Kerzen sind, wie so Vieles, nicht gleich Kerzen. Es beginnt schon beim Material: Paraffinwachs? Palmwachs? Technische Wachse? Bienenwachs? Welches Bienenwachs: gelbes 100% reines? oder 60%? oder gebleichtes? etc. Und wer wusste schon, dass die langen Kerzen, die wir auf Kerzenständer stellen, zuerst Endloskerzen sind, die auf riesengrossen Trommeln wie Gartenschläuche aufgewickelt werden, von wo sie die Kerzenmacher auf die richtige Länge abschneiden? Und dann die schier grenzenlose Vielfalt an Kerzen, die weitgehend nur in Handarbeit hergestellt werden können: kugelförmige, flache, figurative, hohle, bunte, mit Fotos bedruckte, mit Texten versehene und-so-weiter-und-so-fort-Kerzen. Und trotz weitgehender Handarbeit: 200 Tonnen Kerzen werden jährlich produziert – kann man sich das überhaupt vorstellen?! Höhepunkt Nummer eins.

Mit solchen Gedanken im Kopf ging die Fahrt weiter das Rheintal hinab nach Dornbirn, wo wir mit der Seilbahn in knapp fünf Minuten zum Aussichtsberg «Karren» fuhren. Die Bergstation mit einer Aussichtsplattform auf 976 m Höhe war Höhepunkt Nummer zwei des Tages. Sie ist zugleich Restaurant, und die Reservation fürs Mittagessen hat bestens geklappt. Die Aussicht war zwar eher dunstig, aber das scheint hier immer so zu sein und tat dem eindrücklichen Gesamtbild wenig Abbruch. Das Mittagessen ist ohnehin der Zeitpunkt vor allem der Gespräche und damit des wichtigsten «Traktandums» dieses Anlasses.

Die nächste Station der Ausfahrt war die katholische Kirche Steinebrunn. Hier war unser Pfarrer Timo Garthe schon von seiner Statur her, aber natürlich auch von der Sache her Höhepunkt Nummer drei. Seine Andacht gibt dem kirchlichen Ausflug die ihm gebotene Bestimmung. Bezugnehmend auf die Eindrücke in der Fabrik der Kerzenlichter knüpfte er an Psalm 27 an: «Der Herr ist mein Licht und mein Heil: vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?». Eine ebenfalls bezeichnende Besonderheit war diesmal, dass die Andacht in einer katholischen Kirche stattfand.

Der Ausflug wäre natürlich nicht vollständig gewesen ohne Zvieri oder Abendbrot im nahe gelegenen Landgasthof Winzelnberg. Auch hier wiederum die willkommene Gelegenheit zu Gesprächen, bevor uns der Car nach Lengwil zurückbrachte. Ein schöner Ausflug, den uns die Verantwortlichen der Kirchgemeinde, Marianne Schleusser und Barbara Raimann zusammen Pfr. Timo Garthe beschert haben und wofür wir ihnen herzlich danken.

Kurt Chr. Schneiter

 

 

Legende zur beigelegten Fotografie:

 

Handarbeit bei Hongler-Kerzen (Foto: Jakob Strasser)